Versöhnung geht nur mit Mitgefühl

Wir Menschen sind soziale Wesen und Zusammenleben bedeutet oft: Kompromisse zu machen und auf den anderen einzugehen bzw. dem anderen entgegen zu gehen. Ein Schritt auf den Partner zu, bedeutet immer auch: Das gemeinsame Zusammenleben zu bereichern und zu stabilisieren. Für eine funktionierende Partnerschaft ist dieses – zugegebener Maßen nicht immer einfache Verhalten – unerlässlich. Partnerschaft bedeutet stets auch, dass man selbst mal die Bremse anzieht und zurück steckt. Erst Harmonie macht aus einer Partnerschaft eine glückliche Beziehung. Eine glückliche Partnerschaft ist die unabdingbare Basis für ein glückliches Leben in seiner Gesamtheit. Solch ein Leben erstreben wir alle! Soviel zur Theorie. In der Praxis fällt es uns nicht immer leicht, dieses Wissen umzusetzen.

Versöhnung richtig angehen

Eine Versöhnung ist nicht immer einfach.

Wir Menschen sind von Geburt an empathische Wesen, können aber durchaus auch egoistische Züge an den Tag legen. Das muss nicht einmal böse gemeint sein. Selbst wenn wir den Begriff Egoismus mal beiseite lassen, ist es zumindest so, dass wir auch in einer funktionierenden Partnerschaft nicht immer nur gemeinsame Interessen und Ziele haben. Schließlich hat jeder Partner sein eigenes Leben, seine eigene Biografie mit all ihren Erlebnissen und Erfahrungen. So bleibt es nicht aus, dass wir in einer Beziehung von Zeit zu zeit nicht immer einer Meinung sind. Das kann zu kleinen Zankereien führen und daraus kann sich ein riesiger Streit entwickeln. Niemand von uns wird sagen können, dass er noch nie einen Streit hatte. Solltest Du das behaupten, würdest Du lügen. Stimmt´s?

Streiten ist eine Kunst – Versöhnung eine noch viel größere

Über die Kunst des Streitens wollen wir hier nicht reden, aber wir wollen versuchen darüber zu sprechen, wie eine Versöhnung aussehen könnte. Denn wenn man sich einmal so richtig mit dem Partner „verkracht“ hat, kann ein Streit nach einer Versöhnung durchaus aus etwas förderliches und positives für eine Beziehung haben. Wenn schon streiten nicht leicht fällt, so ist eine Versöhnung erst recht eine nicht ganz einfache Sache. Wie verhält man sich dabei richtig, ohne einen erneuten Streit vom Zaun zu brechen? Jeder muss und wird seinen eigenen Weg finden, sich mit dem Partner zu versöhnen. Hast Du ein Rezept dafür? Ein Grundrezept für eine erfolgreiche Versöhnung gibt es wohl kaum. Aber es gibt sicher ein paar Regeln, welche wir beachten können.

Versöhnung heißt zuhören und den anderen verstehen

Gerade weil ein Konflikt eine Situation darstellt, in der wir uns nicht wohlfühlen, sind wir meist bestrebt, diese unangenehme Lage schnell zu beenden. Daher machen wir oft den Fehler Sätze zu sagen, welche nicht wirklich versöhnen, z.B.: „Ja, ja! Du hast ja Recht!“, „Komm lass uns aufhören! Das bringt ja sowieso nichts.“, „Aus deiner Sicht mag das ja stimmen, aber so ganz Unrecht habe ich doch auch nicht. Komm wir beruhigen uns wieder!“ oder „Es tut mir leid, dass ich so laut geworden bin, aber ich habe dich falsch verstanden. Entschuldigung!“ Mit solchen und ähnlichen Sätzen fliehen wir aus der Situation. Um den Partner wirklich zu verstehen, brauchen wir allerdings echtes Mitgefühl für ihn. Selbst wenn man mit dem Hund vor die Tür flüchtet oder sich in der Eckkneipe bei einem Bier beruhigt, ist ein ruhiges, besonnenes Gespräch, bei dem man dem anderen ernsthaft Raum gibt sich verständlich zu machen, die beste Hilfe bzw. der beste Weg zu einer echten Versöhnung.

Zu einer Versöhnung gehört es auch Fragen zu stellen, um das Verhalten und die Worte des Partners besser einzuordnen und verstehen zu können. Gerade dieses Verstehen – das beinhaltet sich in die Gefühlswelt und Gedanken des Gegenübers zu versetzen – ist die Grundlage dafür, einen Streit tatsächlich abzuschließen und aus der Welt zu schaffen. Erst dann könnt Ihr bewirken, Eure Beziehung zu retten (falls es schon so akut war). Eine vernünftig gestaltete Versöhnung kann tatsächlich sehr schön sein und Eure Beziehung beflügeln und aufwerten.

Ohne Frage gehört eine gewisse charakterliche Größe dazu, auf den Partner zuzugehen und während einer Versöhnung eigene Schwächen zu erkennen und zu gestehen. Eine ehrliche Versöhnung hilft Dir, Dich selbst besser zu verstehen und aus eigenen Fehlern für später zu lernen. Eine solche Versöhnung lässt Euch auch einander besser verstehen. Ein zukünftiger Streit kann so oft im Keime erstickt werden, wenn man direkt an eine zurückliegende Versöhnung anknüpft.